Aktuelles

November 2018


24. November 17:00 Uhr

Eröffnung der Sonderausstellung

„120 Jahre Eröffnung der Altmühltalbahn“

„Der Zug ist noch nicht abgefahren“, zumindest nicht für die Ausstellung „120 Jahre Eröffnung der Altmühltalbahn“, die bereits im Jurabauernhof-Museum Hofstetten im Sommer gezeigt wurde. Viele Bilder, Modelle und Bahnrelikte aus der Zeit von 1898 bis 1973 lassen in der Ausstellung die Besucher in Eisenbahnromantik schwelgen. Die letzte Fahrt am 7. November 1973 wurde mit einem Film dokumentiert, der in digitalisierter Form im Museum gezeigt wird. Nach der erfolgreichen Saison und der großen Nachfrage nach einer Fortsetzung, zeigen wir die Ausstellung bis zum 10. März 2019 in unserem Sonderausstellungsraum.

Zur Sonderausstellung

Link: Bericht Eichstätter Kurier


Das Museum verabschiedet sich in die Winterpause und von seiner zwischenzeitlichen Leitung

Das Römer und Bajuwaren Museum Kipfenberg war schon seit seiner Eröffnung 1999 ein besonderes Museum. Nicht nur wegen seiner kleinen, feinen Ausstellung zum römischen Soldatenleben am lokalen Limesabschnitt oder seiner Lage am geographischen Mittelpunkt Bayerns, einem der schönsten Plätze des Altmühltals bei der malerischen Kipfenberger Burg.

Vor allem auch wegen seiner Entstehung als private Initiative engagierter, kultur- und geschichtsbegeisterter Bürger, die den seinerzeit sensationellen Fund des Fürsten von Kemathen zum Anlass einer Museumsgründung in den Nebengebäuden der Burg nahmen.
2016 erhielten dafür Juliane und Günther Schwartz hochverdient den bayerischen Denkmalpreis.

Die Gemeinde Kipfenberg hat nach dem Weggang der langjährigen Museumsleiterin Juliane Schwartz zu Beginn des Jahres 2018 auch die konzeptionelle und personelle Verantwortung vom bisherigen Träger- und Förderverein übernommen und nach einem qualifizierten Ausschreibungsverfahren mit Eva Gerum M.A. eine erfahrene Museumsexpertin als neue Leiterin gewonnen. Dass sich nun nach nur 6 Monaten die Wege wieder trennen und sich das Museum nach einer durchaus erfolgreichen Saison zum 31.10. 2018 nicht nur in die Winterpause sondern unter der bewährten Interimsleitung von Claudia Stougard auch in eine neuerliche Selbstfindungsphase verabschiedet, sollte jedoch nicht als Scheitern mißverstanden werden.

Um einen über derart lange Zeit eingeführten Betrieb, der auf ganzer Linie bis in die letzten Handgriffe durch die persönlichen Talente und Fähigkeiten einer Leitungsfigur wie Juliane Schwartz geprägt war, in ein ganz normales Museum zu verwandeln, braucht es längere Zeit und für alle Beteiligten muss sich zunächst die Frage stellen, ob überhaupt aus einem sehr besonderen Museum einfach (nur) ein ganz normales Museum werden soll.

Für dieses Nachdenken kann sich die Marktgemeinde nun zunächst wieder mindestens bis zur nächsten Saison Zeit nehmen – Zeit, die ein bald zwanzig Jahre etabliertes, traditionsreiches Museum, das nicht zuletzt auch ein einzigartiges Denkmal des lokalen bürgerschaftlichen Engagements für Heimatpflege und Kultur darstellt, allemal verdient haben sollte.

Öffnungszeiten November bis März:

Sonn- und Feiertags, 10 bis 16 Uhr

Nachlese zu einigen Veranstaltungen  und Ereignissen der Saison 2018


Vortrag, Freitag, 5. Oktober 2018, 19 Uhr

Dr. Karl Heinz Rieder: “Der Hohle Stein bei Schambach“

Der „Hohle Stein“, ein insgesamt gut 35 Meter langes Höhlensystem, gehört zu den klassischen altsteinzeitlichen Höhlenfundplätzen in Bayern. Die Höhle war seit 1901 immer wieder Schauplatz archäologischer Ausgrabungen, von 1977 bis Ende der 1980er Jahre von Karl Heinz Rieder, damals Archäologe am Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege. Die Funde belegten eine erste Begehung durch den Neandertaler vor rund 120 000 Jahren, eine weitere vor 80-60 000 Jahren. Weitere Funde reichen über eiserne Lanzenspitzen und römische Denare bis hin zur Neuzeit. Im Dritten Reich hatte Walther Krauß, Bürgermeister von Eichstätt und Kreisleiter, in der Höhle vergeblich nach dem Skelett eines „Urgermanen“ gesucht. Das Fundmaterial gibt u.a. einen Einblick in Lebensgewohnheiten des steinzeitlichen Menschen und in den Gebrauch von Stein- und Knochengeräten in den verschiedenen Begehungsphasen. Es gibt auch Aufschluss über die reiche eiszeitliche Tierwelt und die Klimageschichte Süddeutschlands.

Dr. Rieder beschäftigt sich seit über 40 Jahren mit diesem einzigartigen Höhlenfundplatz. 2016 hat
er ein Buch zum Thema herausgegeben, das beim Verlag Friedrich Pustet in der Reihe Archäologie in Bayern erschienen ist. Zu seinem Vortrag wird Dr. Rieder einige Exemplare mitbringen und auf Wunsch signieren.
Eintritt frei, Spenden erwünscht.


 

Vortrag, Donnerstag, 11.Oktober 2018, 19 Uhr

Andreas A. Schaflitzl M.A.: „Zerbröselte Steine und verbranntes Holz.

Einblick in neue Grabungen und Forschungen am Limes“ mit einer Einführung zur Forschungsgeschichte an der „Teufelsmauer“ von Dr. Karl Heinz Rieder

Der Limes als eine der bekanntesten Grenzen des römischen Reiches wurde am Ende des 19. und am Anfang des 20. Jahrhunderts bereits systematisch erforscht. In den Wäldern ist teilweise noch eindrücklich der Schutthügel der zerfallenen Mauer erhalten, aber auch der Graben der älteren Palisade ist stellenweise noch gut zu erkennen. In den letzten Jahren mussten in kleinen Bereichen archäologische Ausgrabungen durchgeführt werden. Bei diesen konnten Befunde aufgedeckt werden, die ein neues Bild von der Bauweise und Konstruktion dieses Bollwerkes zeichnen und somit nach über 100 Jahren Forschung neue Erkenntnisse über die römische Ingenieurskunst liefern.

 

Im Rahmen der diesjährigen Vortragsreihe der Altmühl – Jura – Gemeinden veranstaltet das Römer und Bajuwaren Museum diesen Vortragsabend mit einer Rückschau auf die am Welterbetag präsentierte Ausgrabung am Kipfenberger Limesabschnitt und die im September 2018 fertig gestellte Palisadenrekonstruktion. Andreas A. Schaflitzl M.A. war der  verantwortliche Grabungsleiter.

Eintritt frei, zweiteilige Veranstaltung mit Pause und Getränkeverkauf

 

März 2018

Liebe Freunde des Römer und Bajuwaren Museums,

ich verabschiede mich zum 31.3.18 nach 18,5 Jahren Museumsarbeit voller Dankbarkeit für die schönen Jahre von allen Besuchern, Freunden, Fördereren, Darstellern, Künstlern, Mitarbeitern und Unterstützern.

Die Gemeinde Kipfenberg hat eine Stelle für die Fortführung unseres schönen Museums geschaffen, wofür wir alle sehr, sehr dankbar sind.

Die neue Leiterin Frau Eva Gerum wird am 2. Mai ihre Tätigkeit beginnen und ich wünsche ihr alles Gute, viel Erfolg und genausoviel Freude an diesem schönen Museum wie ich es hatte.

Herzlichst, Ihre/Eure Juliane Schwartz