Das Museumfestwochenende 2020 ist hier digital erlebbar

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Videoclips und Bilderausstellung
 
Kipfenberg – Der Internationale Museumstag am Sonntag, 17. Mai, findet aufgrund der Corona-Pandemie digital statt.
 

Auch das Römer- und Bajuwarenmuseum auf Burg Kipfenberg beteiligt sich daran.

Eigentlich wollte das Museum am Wochenende sein traditionelles Museumsfest feiern. Doch weil das Virus dazwischenkam, bietet das Museum statt römischer Bratwurst nun einen digitalen Ausflug in die Welt der Bajuwaren. Ausgangspunkt ist der archäologisch spektakuläre Fund des „Kriegers von Kemathen“ vor genau 30 Jahren. Dieser „erste echte Bajuware“ inspirierte Museumsleiterin Claudia Stougard zu der Idee, die Lebenswelt des Kriegers in kleinen Videoclips greifbar zu machen. Historische Kulisse bildet das frühmittelalterliche Lagerdorf, das sich sonst jährlich im Burggraben einfindet. Dort führen historische Darsteller und Handwerker, die von authentischer Mittelalter-Inszenierung etwas verstehen, traditionelle Handwerks- und Textiltechniken vor. Stougard hat ihnen bei vergangenen Museumsfesten mit der Kamera über die Schulter geschaut. Aus vielen einzelnen Schnappschüssen ist nun ein Videoclip geworden, der vertraut macht mit alten Handwerken wie Bronzeguss, Brettchenweben oder Korbflechten. Darüber hinaus gibt er Einblick in die Modewelt und Kulinarik zur Zeit des Kriegers von Kemathen.

Wer analoge Kunst in der momentan recht digitalen Welt bevorzugt, ist am Sonntag ab 10 Uhr zu einer Bilderausstellung in das Museum eingeladen. Unter dem Titel „Gehörlos, Hörend, Gebärde und Mimik“ greift diese kleine Ausstellung das Leitmotiv des diesjährigen Museumstags auf: „Museen für Vielfalt und Inklusion“.

Aufgrund der Idee der Gebärdensprachendozentin Stephanie Kuppe setzten sich verschiedene Künstler in ihren Bildern mit der Verständigung zwischen Hörenden und Gehörlosen auseinander. Die Bilder vermitteln eine Botschaft: Gehörlose brauchen eine ausdrucksstarke Mimik und Gestik – ein Sachverhalt, der nicht nur die Museen zu innovativen Ideen anstacheln muss, sondern uns alle zur Zeit der Maskenpflicht besonders stark herausfordert. Eine Gebärde ohne Mundbild ist für den Gehörlosen wie ein gemalter Schrei auf der Leinwand für einen Hörenden – nämlich stumm.

Das Römer- und Bajuwarenmuseum ist täglich von 10 bis 16 Uhr und sonntags 10 bis 18 Uhr geöffnet. Gäste sind gebeten, Mundschutz zu tragen. Der Clip „Vom Fund zur Replik“ ist auf dem YouTube-Kanal und der Homepage des Museums eingestellt und auf der Internetseite des Internationalen Museumstags https://museumstag. de/museenentdecken.

Das Museumsfest 2020 ist wegen der Corona-Pandemie abgesagt!

Zuschauen, Staunen und Mitmachen heißt es für die ganze Familie beim traditionellen Museumsfest am 16. und 17. Mai 2020. Das alltägliche Leben steht im Mittelpunkt und die Zuschauer können den 50 historischen Handwerkern über die Schulter schauen oder selbst mit anpacken. Händler, Bronzegießer, Korbflechter, Schwertschleifer, Schmiede, Lederhandwerker,
Textilhandwerker bei Sprang, Brettchenweben, Spinnen und beim Färben mit Pflanzen, Knochenschnitzer, Glasperlenhersteller oder Töpfer lassen das Leben im frühen Mittelalter wieder lebendig werden. Handwerksvorführungen, geführte Lagerrundgänge, Führungen durch das Museum Modenschauen und viele weitere Aktivitäten runden das Angebot für alle Altersgruppen ab.

An beiden Tagen werden kostenlose Kinderprogramme von unseren Museumspädagogen und Museen aus der Region im Museumspädagogikraum angeboten.

Für das leibliche Wohl ist bestens gesorgt. Neben bio und fairem Kaffeegenuss und einer großen Auswahl an Kuchen, gibt es kulinarische Köstlichkeiten aus der Römerzeit. Lukanische Würstchen vom Grill und Kostprobenteller vermitteln Ihnen den Eindruck wie es damals geschmeckt hat.

Im Biergarten können Sie den Aktivitäten im Amphitheater bei einer kühlen Cervisa und weiteren erfrischenden Getränken aus der neuen Welt folgen.