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Heimatmuseum
Die Eisenbahnlinie durch das Altmühltal wurde im Jahre 1898 eröffnet.
Neben der verkehrsmäßigen Anbindung an die "große weite Welt" brachte die zunächst auf Schmalspur betriebene Bahn einschneidende bauliche und landschaftsprägende Veränderungen mit sich. Außer der Bahntrasse selbst wurde ein Bahnhof errichtet sowie ein großer Lagerplatz für den Abtransport des eingeschlagenen Holzes aus den Wäldern um Kipfenberg. Über die Altmühl musste eine eiserne Brücke errichtet werden. Beim Bau des Holzlagerplatzes und der Verlegung der Staatsstraße entdeckte man das völkerwanderungszeitliche und das merowingerzeitliche Reihengräberfeld von Kipfenberg. In einer Bahnhofsgaststätte in der Eichstätter Straße konnten die Fahrgäste bewirtet werden. 1930 wurde die Linie auf Normalspur umgestellt. Schon 1953 erfolgte die Stilllegung des Personenverkehrs bis Beilngries. 1960 wurde der Personenverkehr dann vollständig aufgegeben. Nachdem 1971 auch der Güterverkehr zum Erliegen kam, baute man die Gleise ab. Der Bahnhof Kipfenberg wurde 1989 abgebrochen. Noch in Bearbeitung!
Bis nach dem 2. Weltkrieg hatten sich Kipfenberg und seine
heutigen Ortsteile den Charakter von Juraorten mit Massiv- oder Fachwerkbauten, von denen einige auf die Zeit vor 1600 zurückgehen, erhalten. Überwiegend besaßen die Häuser flache Legschieferdächer, lediglich die herrschaftlichen Gebäude und die Bürgerhäuser in der Försterstraße in Kipfenberg sowie einige andere Bauten zeigten Spitzgiebel, die mit Dachziegeln der Kipfenberger Ziegelei (abgebrochen 1999) gedeckt waren. Diese eigenartige Mischung aus fränkisch geprägten Fachwerkbauten und massiven Jurahäusern verlieh dem Ort ein besonderes Gepräge.
Die Glashütte Kipfenberg/Grösdorf wurde im Jahr 1871 von
Johann Baptist Prinstner, dem Chef der Beilngrieser Brauerei Hirschberg, gegründet. Noch im Mundblasverfahren stellte die Glashütte damals Bierflaschen für den eigenenAbsatzmarkt der Brauerei her. Voraussetzung für die Produktion der Glasschmelze war die regionale Verfügbarkeit von Quarzsand, Kalk und Holz. Reiner Quarzsand wurde aus einer Kreidesandgrube bei Dunsdorf bezogen. Kalkstein kam aus lokalen Steinbrüchen, Buchenholz zur Gewinnung von Pottasche gab es reichlich in den umliegenden Wäldern.
der den Schwerpunkt auf die Herstellung von pharmazeutischen Gläsern legte. 1920 begann man mit der damals hochmodernen halbautomatischen Fertigung. In den 60er Jahren wurde auf vollautomatische Hochleistungsmaschinen zur industriellen Fertigung umgestellt. Die Eingliederung der Glashütte Kipfenberg in den Saint-Gobain-Konzern, dem heute weltweit größten Hersteller von Hohlgläsern, erfolgte 1968. Die Glashütte Kipfenberg/Grösdorf bietet seit mehr als einem Jahrhundert zahlreichen Bewohnern des Umlandes einen gesicherten Lebensunterhalt. Schon der Firmengründer Johann Baptist Prinstner ließ für seine Fabrikarbeiter und ihre Familien eigene Arbeiterwohnhäuser bauen.
Der zur Burg gehörige Markt Kipfenberg war seit seiner Gründung im Hochmittelalter Verwaltungssitz der Region und Handelsplatz.
Noch im 20. Jahrhundert gab es in Kipfenberg Amtsgericht und Gefängnis, Finanzamt (Rentamt), Forstamt, Notariat, Bezirkskrankenhaus und Pfarramt. Neben zahlreichen Handwerksbetrieben hatte Kipfenberg eine eigene Ziegelei.
Heimatforscher Anton Gäck
* 22.02.1902 in München + 07.07.1983 in Kipfenberg
Anton Gäck war Gründer und Leiter des Heimatmuseums Kipfenberg (1971), Organist, Violinist und Steinkreuzforscher. Eigene Ausgrabungen führte Anton Gäck unter anderem in der Binnleitenhöhle in Arnsberg, im hallstattzeitlichen Gräberfeld von Kipfenberg, in der römischen Nekropole beim Kastell Böhming und im bronze- und hallstattzeitlichen Gräberfeld in Kemathen durch. Anton Gäck unternahm Studien zur Botanik und Zoologie der Region, erstellte einen Standortkataster und betrieb die Wetterwarte Böhming. Er legte eine umfangreiche Sammlung zur Geologie und Paläontologie des Kipfenberger Raumes an. Frühe Kontakte zu Dr. Friedrich Winkelmann und Prof. Dr. Franz Xaver Mayr, dem Gründer des Juramuseums, förderten seine weitreichenden Interessen. Ehrungen:
"Wir besuchen die römischen Wachtposten am steinernen Vorhang"
Statten wir einmal den römischen Wachtposten in einigen ihrer Türme einen Besuch ab! Vom römischen Lager in Böhming führt direkt ein Weg, den mit Sicherheit einst auch die römischen Soldaten gegangen sind bis dicht hinter die befestigte Grenze. Nachdem wir die Altmühl überquert haben, geht es steil den Hang hinauf. Der Weg macht auf halber Höhe eine Kehre. Bald sind wir oben. Hier trennten sich einst die römischen Soldaten um den verschiedenen Türmen zuzusteuern. Nach kurzer Wanderung sehen wir schon durch die hohen Buchen- und Eichenstämme die graue Mauer schimmern. Der schmucklose, nicht einmal mit Mörtel verputzte, viereckige Bau dort mit einem hölzernen Aufbau und einer umlaufenden Galerie ist ein römischer Wachtturm. Wenn wir uns ihm nähern, sehen wir auch schon zwei der römischen Soldaten in ihrer schmucken Waffenrüstung mit Wurfspießen und Schilden. Während der eine außerhalb des Turmes auf und ab geht, steht der andere auf dem hölzernen Balkon.
dann würden wir vielleicht folgendes gesehen haben: Der Turm ist fast quadratisch mit etwa 5 1/2 m Seitenlänge. Durch eine 90 cm breite Türe gelangen wir in das von keinem Fenster erhellte Innere. Da fällt uns auf, dass seine Mauern mit 60 cm Dicke nur halb so stark sind wie die der Grenzmauer. Der Boden besteht nur aus festgestampftem Lehm.
24 Stunden, also einen ganzen Tag, erzählen uns die Männer, müssen sie hier oben verbleiben und einander ablösen. Sie haben auch ihre Rüstungen an, nur Speere und Schilde sind beiseite gelegt. Es sind wohl Ersatzleute. Mittels einer Leiter gelangen wir in das Obergeschoss des Turmes. Von seiner Galerie aus stellen wir fest, dass die Aussicht ins feindliche Land infolge des hohen Waldes sehr erschwert ist, dagegen können wir die beiden benachbarten Türme sehr schön erkennen. Da sehen wir gerade von links und rechts je einen bewaffneten Soldaten kommen. Die Männer kehren von ihren Postengängen längs der Mauer zurück. Beim Hinuntersteigen in das untere Stockwerk werfen wir noch einen Blick in eine Stube. Wir entdecken zwei Soldaten, die auf ihren einfachen Feldbetten für die Nacht vorschlafen. Sie müssen besonders wachsame Augen haben. Die Wachtdienstmannschaft dürfte aus 4 Mann und aus den Soldaten für die Ablösung bestanden haben. Die Türme bildeten untereinander eine Signallinie. Wenn sich eine feindliche Truppe näherte oder gar die Grenze zu überschreiten versuchte, wurden hier die Meldungen weitergegeben.
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