1. Teil der Museumsgeschichte

 „Wie alles Begann“

Von Dr. Karl Heinz Rieder

 

Am 1. August 1971 war es soweit. Im Beisein zahlreicher Ehrengäste wurde das Museum durch Bürgermeister Heinrich Haderer eröffnet und Anton Gäck zum Leiter des Museums bestellt. In Würdigung seiner vielen Verdienste für die Marktgemeinde ernannte man Gäck gleichzeitig zum Ehrenbürger.

Anton Gäck und seine Schulsammlung mündet im Heimatmuseum Kipfenberg

Das Ende seiner beruflichen Tätigkeit als Oberlehrer fiel in etwa zusammen mit der 700- Jahrfeier von Kipfenberg im Jahr 1966. Diese gab Anlass zu einer Ausstellung archäologischer Exponate und anderer Gegenstände aus der Geschichte von Kipfenberg sowie von Archivalien. Diese „Dokumentenausstellung“ fand in einem großen Raum des Alten Amtsgerichts, dem späteren Rathaus bzw. dem Haus des Gastes statt. Aus der Begeisterung des Festjahres erwuchs die Idee, zukünftig dauerhaft ein Heimatmuseum als Attraktion des aufstrebenden Marktes einzurichten.

Den Beschluss zur Einrichtung eines Heimatmuseums fasste der neu gewählte Gemeinderat unter Bürgermeister Heinrich Haderer schon im September 1966. Konkrete Formen nahmen die Überlegungen im Jahr 1968 an, als der Umbau des alten Amtsgerichtes begann. Dieses war als zentraler Verwaltungssitz für die zukünftige Großgemeinde vorgesehen Das Heimatmuseum sollte im großen Dachgeschoss dieses Gebäudes eingerichtet werden. Die Ankündigung dieser Entscheidung wurde im Eichstätter Kurier mit der Einladung zum ersten Limesfest bekanntgegeben, ja sogar in der Süddeutschen Zeitung fand sich diese Notiz. Im Jahr 1969, nachdem der Umbau soweit fortgeschritten war, begann Anton Gäck mit der Einrichtung. Zunächst bedeutete dies die Beschaffung entsprechender Vitrinen, welche von Kipfenberger Handwerksbetrieben hergestellt, von Anton Gäck bezahlt und dem Museum gestiftet wurden. Gleichzeitig wurden fleißig weitere Exponate gesammelt.

Die Einrichtung des Museums erfolgte weitgehend im Jahr 1970 und weiter bis zur Eröffnung im Sommer 1971. Bürgermeister Haderer sorgte für Rauminstallationen mit zahlreichen Bauernschränken, einem gusseisernen Ofen und anderen bäuerlichen Gerätschaften.

In den ersten Jahren nach der Eröffnung war das Museum in den Sommermonaten vom 1. Mai bis zum 31. Oktober geöffnet. An den Werktagen Dienstag und Donnerstag war es von 10 – 12 Uhr zu besichtigen. Den Museumsdienst besorgte Anton Gäck selbst.                                                                                                                                                                                                                           

Teil 1

Wie alles begann

Zum Handwerkszeug eines Volksschullehrers in vormedialer Zeit gehörte normalerweise eine Sammlung von Lehrmitteln. Anton Gäck, der in Kipfenberg aufwuchs, war für seine zukünftige Lehrertätigkeit in der Volksschule Böhming gewissermaßen vorgeprägt. Er war empfänglich für die Besonderheiten von Natur und Geschichte ebenso wie für Technik und Musik. Mit dem Beginn seiner Tätigkeit als Lehrer in Böhming entstand so nach und nach eine Sammlung universeller Art in seiner Wohnung im Schulhaus. Einen zugehörigen Katalog begann Gäck im Jahr 1944 und führte diesen bis ins Jahr seiner Pensionierung 1967 fort, gefolgt von wenigen Nachträgen. Angeregt dazu wurde er durch eine sog. Ortskunde im Katalog Eichstätt des Archäologen Dr. h. c. Friedrich Winkelmann. Einen Eindruck vom Inhalt seiner Sammlung erhalten wir aus dem Jahr 1962. Damals hat er die Geschichte der Schule Böhming aufgeschrieben. Dort heißt es: “Begonnen und niedergeschrieben von Anton Gäck 1962“.